Im Spiegel schwarzen Labyrinth

 

Bist du bereit? I

Ich schreibe dir jetzt aus einer Welt ohne Fantasie. Einer Welt des Nichts, des Nein und des Nie. Aus meiner Vergangenheit schreibe ich dir. Ich schreibe dir aus einer Welt der Vergessenheit. Einer Welt, an die sich nie jemand erinnert. Niemand. Ich schreibe dir aus einer Welt, in der du nicht einmal mehr weisst, wer du eigentlich bist. In dieser Welt wirst du mich sein, du wirst dich in mich verwandeln, in mein leeres Buch ohne Namen. Du wirst dir selbst begegnen, in meinem leeren Spiegel aus Worten, meinem durchsichtigen Spiegel aus der Fantasie des Nichts, des Nein und des Nie. Einem Spiegel, der all das darstellt, was du jetzt in ihm siehst.

Mein Spiegel

Du wirst mich in diesem leeren Spiegel erkennen. Du wirst mir deinen Namen geben und mich deinen Spiegel nennen. Mein Spiegel nenne ich dich jetzt, denn wie mein Spiegel siehst du aus, mein Spiegel, der du bist.

 

Von Spiegel zu Spiegel

Selbstverständlich haben diese Schriften jetzt noch nichts, absolut rein gar nichts mit der Wirklichkeit gemein. Noch bist du ein genauso unabhängiges, eigenständiges, bewusstes Wesen wie ich selbst. Noch verbindet uns nichts miteinander, nicht einmal unser Spiegel, auch nicht unsere Fantasie, weder der Ort, von dem wir stammen, noch das Ende, unser Tod.

Du machst dir ein Bild von mir

Und trotzdem bilde ich mir ein, dich zu sein, mit all meinen Sinnen, mit all meiner Fantasie. Ich bilde mir ein, wie mein Spiegel sich in mich verwandelt, wie ich mich in dich verwandle, wie du in meinem Spiegel erscheinst, wie du aus meinen Augen blickst und dir selbst eine Nachricht hinterlässt, eine Botschaft aus einem anderen Leben.

 

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